Lipödem, auch bekannt als „Syndrom der dicken Beine“, ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des Fettgewebes mit lymphatischer Beteiligung. Sie betrifft vorwiegend Frauen – 10 bis 18 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 65 Jahren leiden darunter, was ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.
Das Lipödem ist durch eine abnorme, beidseitige und symmetrische Verteilung von subkutanem Fettgewebe an den unteren Extremitäten oder, sehr selten, an den oberen Extremitäten gekennzeichnet, verbunden mit mäßigen Ödemen. Es verursacht spontane Schmerzen bei Druck oder Kneifen, ein Spannungsgefühl der Haut und häufige Blutergüsse.
Es wird oft mit Fettleibigkeit, Lipodystrophie oder Lymphödem und ist leider sowohl der medizinischen Fachwelt als auch der breiten Öffentlichkeit relativ unbekannt.
Allerdings hat es erhebliche Auswirkungen auf das Körperbild und die Lebensqualität der Patienten.
Lipödem betrifft vorwiegend die Beine (97 % der Fälle). Die Zunahme des Fettvolumens geht mit einer Brüchigkeit der Blutkapillaren einher, die Flüssigkeit in das umliegende Gewebe transportieren und dadurch anfälliger für Stöße sind, was zu Blutergüssen oder Prellungen führen kann.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.lipoedeembelgie.be/
Entstehung und Ursachen des Lipödems
Lipödem ist eine wahrscheinlich erblich bedingte Erkrankung, die mit hormonellen Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahren zusammenhängt. Sie beginnt meist schleichend ab der Pubertät und schreitet dann mehr oder weniger schnell fort, wobei sie mitunter stark beeinträchtigend sein kann. Lipödem steht in keinerlei Zusammenhang mit der Ernährung, wie fälschlicherweise angenommen wird. Die in das Gewebe abgegebene Flüssigkeit wird normalerweise über das Lymphsystem abtransportiert. Langfristig reduziert diese ständige Reizung jedoch die Transportkapazität der Lymphgefäße, was die Bildung von Ödemen, Entzündungen und in der Folge Kollagenablagerungen begünstigt. Diese sind für die irreversible Vernarbung des Fettgewebes und der Haut verantwortlich.
Ursachen: Hormonelles Ungleichgewicht: Dieses kann durch Schwankungen der Hormone Östrogen, Progesteron und Testosteron verursacht werden.
- Genetische Veranlagung: Bestimmte Gene können mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Lipödems in Verbindung gebracht werden.
- Übergewicht: Übergewicht oder ein überdurchschnittlich hoher Body-Mass-Index (BMI) kann das Risiko erhöhen, an einem Lipödem zu erkranken.
- Stress: Anhaltend hoher Stress kann zu einem erhöhten Risiko für Lipödeme führen.
- Vorgeschichte von Traumata: Frühere Verletzungen oder Traumata der Beine und Hüften können zur Entwicklung eines Lipödems beitragen.
- Berufe: Berufe, die langes Sitzen und/oder Stehen erfordern, können das Risiko erhöhen, an einem Lipödem zu erkranken.
- Medizinische Bedingungen: Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen und Lymphödeme können das Risiko, ein Lipödem zu entwickeln, erhöhen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie beispielsweise solche, die zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden, können ein Lipödem verursachen.
Symptome bei der Diagnose Lipödem:
Die Diagnose erfolgt hauptsächlich klinisch, im Zweifelsfall können jedoch zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein: Computertomographie, hochauflösender Ultraschall, Magnetresonanztomographie und Lymphszintigraphie.
- Schwellung und Schweregefühl der Beine/Arme (auch bekannt als „Ofenrohrbeine“ oder „Stangenbeine“)
- Ungleichmäßige Fettverteilung von den Hüften bis zu den Knöcheln und Füßen, wodurch eine birnenförmige Silhouette entsteht.
- Anfälligkeit der oberflächlichen Mikrozirkulation, die bereits bei geringster Berührung zu kleinen Blutergüssen führt.
- Oberflächliche Veneninsuffizienz mit häufigen Krampfadern und Dehnungsstreifen in Gelenknähe
- Eingeschränkter Bewegungsumfang des Knie-, Sprunggelenks oder Ellbogengelenks.
- Schmerzen oder Druckempfindlichkeit der Haut (Beine, Arme, Gesäß) bei Druckanwendung
Stadien des Lipödems:
Anhand anatomischer und Druckbefunde lässt sich das Lipödem in drei Stadien einteilen. Der Schweregrad der Symptome oder das Ödemvolumen spielen dabei keine Rolle.
- Stufe 1: glatte Hautoberfläche, verdicktes Unterhautfettgewebe, feine knotige Fettstruktur.
- Stufe 2: unebene Hautoberfläche, raue, klumpige Fettstruktur.
- Stufe 3: rauere und härtere Hautoberfläche und Unterhautgewebe, große deformierte Fettpolster.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Viele Menschen mit Lipödem fragen sich, ob die Erkrankung heilbar ist. Zwar lassen sich die krankheitsbedingten Schwellungen nicht immer vollständig beseitigen, doch kann eine angemessene Behandlung sie zumindest deutlich reduzieren. Die verfügbaren Behandlungen sind je nach Stadium des Lipödems und den Erwartungen der Patientin unterschiedlich wirksam. Daher muss jede Behandlung individuell geprüft werden, da es keine standardisierten Behandlungsrichtlinien gibt.
Physiotherapie
- Manuelle Lymphdrainage
- Entstauende Physiotherapie mit kurzen Extensionsbändern von weniger als 100 %
- Muskelübungen unter Mehrkomponentenverbänden, um einen Teil des eingelagerten Wassers freizusetzen
Pressotherapie
- Die Pressotherapie, eine pneumatische Massage von distal nach proximal, ergänzt die Physiotherapie. Sie wird mittels gleitender Wellenmassage durchgeführt und fördert die Durchblutung und den Lymphfluss. Deutliche Effekte lassen sich insbesondere mit medizinisch zertifizierten Geräten wie unseren erzielen. Sie können Schwellungen reduzieren, Schmerzen lindern und gestaute Flüssigkeit aus dem Gewebe abtransportieren. Diese Technologie kann sowohl in der Physiotherapiepraxis als auch zu Hause mit einem persönlichen Gerät angewendet werden.
- Bereit, den Unterschied zu spüren? Buchen Sie noch heute Ihre Probesitzung mit Pressotherapie. https://www.nymph.be/contact/#free-booking Oder geh in den Laden! https://nymph.be/winkel-lymfedrainage-pressotherapietoestellen/
Chirurgie
- Fettabsaugung zur Volumenreduktion und Formung der Trochanterregion und der Innenseiten der Oberschenkel, mit kontinuierlicher elastischer Kompression für die ersten 7 Tage, anschließend nur tagsüber für 4 bis 6 Wochen. Die Eingriffe können je nach Behandlungsbereich bis zu 6 Mal wiederholt werden, mit einem Abstand von mindestens einem Monat zwischen den Fettabsaugungen.
- Hautresektion großer Geschwulste an den Innenseiten der Oberschenkel oder Waden, mit präoperativer abschwellender Physiotherapie (Binden mit geringer Elastizität) zur Reduzierung der Flüssigkeitskomponente, um eine großflächige Resektion zu ermöglichen, und postoperativ zur Stabilisierung des Volumens.
Komplementäre Ansätze
- Das Tragen von maßgefertigten elastischen Kompressionsstrümpfen der Klasse 2 oder 3 dient der langfristigen Volumenerhaltung und der Behandlung von Veneninsuffizienz.
- Hochlagern der Gliedmaßen zur Schmerzlinderung
- Körperliche Aktivität zur Erhaltung des Muskeltonus und zur Stabilisierung des Gewichts, insbesondere im Wasser, um spontane oberflächliche Schmerzen zu begrenzen (Wassergymnastik, Aquabike).
- Hautpflege: Feuchtigkeitszufuhr
- Psychologische Betreuung
Verwendung eines Pressotherapiesystems
Das System von Nymph Das System besteht aus einer Pumpe und einer oder mehreren Manschetten und ist einfach anzuwenden, sicher und wirksam bei Ödemen. Es ist wichtig, dass Sie die Anweisungen Ihrer Pflegekraft, Ihres Therapeuten oder Ihres Arztes zur Ödemtherapie genau befolgen.
Vor der Anwendung des Systems entfernen Sie bitte alle Kompressionsverbände oder -strümpfe. Setzen Sie sich bequem hin und legen Sie gegebenenfalls einen zylindrischen Baumwollverband oder eine Schlauchbinde an die betroffene Extremität an. Platzieren Sie die Manschette an der zu behandelnden ödematösen Extremität und schließen Sie sie an die Pumpe an.
Stellen Sie die Pumpeneinstellungen für die Lymphdrainage gemäß den Anweisungen Ihres Arztes auf Programm B ein und schalten Sie die Pumpe anschließend ein.
Die Manschette bläst sich abwechselnd auf und entleert sich wieder, wodurch eine sanfte Massage entsteht. Dies regt die Durchblutung und den Lymphfluss in der betroffenen Extremität an. Sollte der Druck zu hoch sein und Sie Unbehagen verspüren, können Sie die Druckeinstellung an der Pumpe reduzieren. Dies ist sogar während der laufenden Therapie möglich.
Es ist wichtig, die Anweisungen bezüglich Dauer und Häufigkeit der Anwendung zu befolgen. Eine Ödemtherapie-Sitzung dauert zwischen 30 und 90 Minuten.
Nach Abschluss der Ödemtherapie sollten die Manschette und der Baumwollverband entfernt werden. Falls Sie Kompressionskleidung tragen, können Sie diese wieder anlegen. Jahrelange Erfahrung hat gezeigt, dass bei der Anwendung dieses Systems nur sehr wenige Probleme auftreten. Sollten Sie jedoch Atemnot verspüren, Ihr Gliedmaß anschwellen oder schmerzen oder die Haut während der Behandlung gerötet und entzündet sein, brechen Sie die Behandlung bitte sofort ab und informieren Sie umgehend Ihren Arzt.
Möchten Sie selbst mit der Pressotherapie beginnen? Sehen Sie sich die Nymph 8 – 8-Kammer-Pressotherapiegerät Klasse IIa und finden Sie heraus, welches Gerät am besten zu Ihrer Situation passt.



